„Hey, bei dir muss es zurzeit doch super laufen! Zum Glück hast du einen Onlineshop! Du leidest nicht unter Corona wie die anderen!“

Das sind typische Aussagen, die ich aktuell häufig zu hören bekomme, aber sie treffen nur zum Teil zu.  Meine neuen Produkte waren ursprünglich für Ende August geplant. Ich wollte zum ersten Mal Produkte ins Sortiment aufnehmen, die wärmer sind und daher eher für Herbst und Winter geeignet sind. Nun haben wir Mitte November und meine Ware ist noch nicht bei mir eingetroffen. Die „Winter-Produkte“ habe ich abbestellt. Auch wenn die Produkte nicht ausschließlich für den Winter geeignet sind, so wird die Nachfrage in kälteren Jahreszeiten doch am stärksten sein. Leider kann ich es mir aber nicht erlauben so viel Kapital zu binden, wenn die Ware dann erst für die nächste Herbst-Winter Saison wieder richtig interessant ist.

Nun warte ich auf meine verbleibenden neuen Yogahosen. Ein Design. Zwei Farben. Rost und ein helles Petrol? Für die blaue Farbe muss ich mir noch einen Namen überlegen. Die Hosen sind schon überwiegend fertig genäht und sind jetzt auf dem Weg zu einer Stickerei, die sich ebenfalls in Portugal befindet, um dort mit meinem süßen Logo versehen zu werden.

Warum es zu diesen erheblichen Verzögerungen gekommen ist? Corona eben. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass die Fabriken mit einem ähnlichen System arbeiten wie viele anderen Unternehmen auch: Sie arbeiten in Schichten, damit sich die Mitarbeiter nicht untereinander anstecken. Gut so, denn schließlich geht gerade bei fair produzierter Mode der Schutz der Mitarbeiter vor. Ob das der alleinige Grund für die erhebliche Verspätung ist, werde ich aber wahrscheinlich nie erfahren. Ein bisschen schwingt bei mir auch immer der Gedanke mit, dass ich immer noch ein kleines Licht am Modehimmel bin und nicht die gleiche Behandlung erfahre wie große Marken.

Das bestärkt mich allerdings wieder darin, dass es eben wichtig ist, sich von den Konventionen der Modebranche zu lösen. Meine bisherigen Produkte, sowie meine beiden neuen Hosen sind ganzjährige Produkte. Man kann sie fast immer tragen. Durch den Verzicht auf Kollektionen und die etwas schlichtere Gestaltung der Produkte, die Langlebigkeit der Materialien und vor allem die hohe Qualität sind sie noch viele Jahre interessant, immer tragbar und einfach unverzichtbar. Daher kann ich die Verzögerung hinnehmen, auch wenn sie das Wachstum der Marke Biyoga stark beeinträchtigt.

Jetzt freue ich mich auf meine neuen Hosen und ich hoffe sehr, dass sie euch auch sehr gut gefallen. Natürlich sind die Hosen auch wieder GOTS-zertifiziert und damit bio und fair. Wenn ich Glück habe, landet die ein oder andere Hose noch als Weihnachtsgeschenk unter dem Weihnachtsbaum.